Donnerstag, 15. August 2013

eine Wanderung und Karaoke

Montag Nachmittag verschlug es uns nach Namsan, dem Südberg, der 256m hoch ist und in der Mitte von Seoul steht. Der gesamte Berg bildet den ca. 3km² großen Namsanpark. Auf seinem Gipfel, der zu Fuß oder mit einer Seilbahn erreicht werden kann, steht der N Seoul Tower, ein nochmal 236 Meter hoher Fernsehturm. Man hätte auch den Bus nehmen können um dort hoch zu gelangen. Mutig und unüberlegt, entschieden wir uns den ganzen Weg, also von Subway-Station bis zum Tower zu laufen. Bei 38Grad und hoher Luftfeuchte keine besonders gute Idee. Trotzdem schafften wir die 1.1km bergauf, obwohl sich mittlerweile mein T-Shirt in eine andere Farbe wechselte. Wir erreichten endlich die Bushaltestelle, wo alle Passagiere aussteigen mussten, um den letzten Weg zu Fuß zu gehen. Noch einmal wurde der Anstieg steil.

Auf verschiedenen Besichtigungsplattformen konnte man einen schönen Ausblick auf Seoul genießen. Verrückte Parkbänke, die in der Mitte gebogen sind, wie auch verschiedene, künstliche Bäume verzierten das Gelände. An diesen Bäumen und an den Geländer gibt es eine Besonderheit: an ihnen sind unzählige Schlösser (Liebesschlösser) angebracht mit verschiedenen Widmungen. Natürlich kann man eins in den Souveniershops erwerben, was wir auch taten. Anschließend bestiegen wir den Lift und ließen uns in das Observatorium des 236m hohen Fernsehturms schießen. In dem Rundgang kann man verschiedene Städte der Welt mit ihren Kilometerzahlen ablesen, beispielsweise von Berlin.

DSC00985der erste Pausenstützpunkt von 1.1km

DSC00988Seoul Tower schon im Blick

DSC00990oben angekommen – der Kreis bietet eine kleine Erfrischung

DSC00992verrückte Parkbänke mit vielen, vielen geschmückten Bäumchen

DSC00994Schlösser ohne Ende

DSC00997Ausblick von oben auf Seoul

DSC00999auch an den Geländern befinden sich massenweise Schlösser

DSC01003unser graviertes Schloss hängt nun auch dran

DSC01010Ausblick aus dem Tower

DSC01017Entfernung von hier nach Deutschland

Bis ganz zum Sonnenuntergang oben zu bleiben, hatten wir leider nicht geschafft, da wir zum Abend essen mit Joon in Seoul verabredet waren. Was ursprünglich nur als Essen geplant war, endete früh um zwei Uhr. Zum Essen ging es mal wieder zum Barbecue, dieses Mal in einem Campingähnlichen Restaurant. Von dort aus ging es weiter in die Noraebang, ein koreanischer Karaokeraum, indem verschiedene große Gesellschaften Platz haben. Dort wurden wir das erste Mal nach unseren Ausweisen gefragt Smiley.  In der Kabine ist man unter sich. Ich und Alex wählten englische Titel, Joon und seine Begleitung die koreanischen Titel. Da Alex und ich kaum Lieder fanden, die wir zusammen singen konnten, musste ich dann auf auf 15 Jahre alte Backstreet Boys Lieder zurückgreifen, sehr zur Freude von Joon, um halbwegs gute Punkte zu sammeln. Wir waren somit nicht die besten. Als wir 2 Stunden unser bestes gaben, verschlug es uns wie sonst auch noch in unsere Stammkneipe.

DSC01022wie auf dem Campingplatz

DSC01033unsere Kabine zum singen

peace Backstreet Boys

Dienstag, 13. August 2013

Faszinierende Mitmach-Illusionen und Trip nach Danyang

Hallöchen,

auch wenn wir lange nichts von uns haben hören lassen, werde ich versuchen die letzten Wochen mit ein paar Blogeinträgen (in den kommenden Tagen) Revue passieren lassen.

Seit Anfang August ist hier die heißeste Jahreszeit angebrochen. Man merkt es deutlich verglichen zum Juli.

Am Freitag abend zog es uns in das “Trick Eye Museum” (eine ähnliche Ausstellung gibt es zur Zeit auf dem Schloss Augustusburg) nach Hongdae Anschließend schauten wir uns noch ein wenig um und landeten schließlich in der “Oktoberfest”-Kneipe. Da man hier nicht wie in Deutschland abends gemütlich etwas trinken gehen, sondern immer noch etwas zu essen bestellen muss, auch wenn man vorher schon woanders essen war, gingen wir rein. Die Speisekarte hatte Essen und Getränke mit deutschen Namen (die auch richtig geschrieben sind). Die Koreanerinnen trugen Dirndl und an den Wänden hingen Bilderrahmen vom deutschen Oktoberfest.

Trick Eye Museum + Ice Museum

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Am Sonntag hieß es zeitig aufstehen, denn wir hatten uns für eine Exkursion nach Danyang über visitkorea angemeldet.  Da wir mit der Subway 45min von uns aus brauchten, muss man eine gute Stunde vorher einplanen um pünktlich um 8Uhr an dem vereinbarten Treffpunkt an der Sinyongsangstation sein. Dort angekommen wartete ein niedlicher, kleiner, gelber Minibus mit unserer Reiseleiterin, Natalie und 6 weitere Mitreisende auf uns. Natalie brachte drei neue Studenten mit, die seit Donnerstag in Korea sind und für ein halbes Jahr hier bleiben werden. Ebenfalls war ein deutsches Ehepaar aus Bayern mit. Einzigste Nicht-deutsche war eine Amerikanerin.

Vor uns lagen nun drei Stunden Fahrt nach Dangyang, wo wir als erstes die Gosu Cave besuchten. Entdeckt wurde diese Höhle 1970 und ist die bekannteste Höhle in dieser Gegend wegen seiner spekakulären Höhlen und seiner majestätischen Stalagmiten. Man bezeichnet die Höhle als “unterirdischen Palast” aufgrund dieser atemberaubenden, natürlichen Schönheit und wurde als Naturdenkmal Nr. 256 bezeichnet. 45 Minuten dauerte die Besichtigung. Obwohl Fotos verboten waren, hielt sich keiner daran. Anschließend gingen wir zum koreanischen Mittag essen, wo unsere Reiseleiterin bereits uns auf wartete.

gruppenfoto

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mittag

Gestärkt vom Mittag fuhren wir eine weitere halbe Stunde mit dem Bus an den Chungju-See, um eine einstündige Bootstour mit einem komfortablen Kreuzfahrt-Schiff zu genießen. Wir passierten die Gipfel Oksungbong, die angeblich einem Bambus-Hain ähneln  sollen, Kudambong, einer Schildkröte geformter Felsen, welcher einer von acht Naturwundern in diesem Ort ist.

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Nach der Bootstour besuchten wir ein Dorf, das während des Baus des Staudamms Ch’ungju erstellt wurde. Als der Damm errichtet wurde, wurden mehrere historische, koreanische Besonderheiten überschwemmt. Doch viele dieser Strukturen konnten gerettet werden und zogen nach Cheongpung Munwha (Kultur-) Folklore Village.

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Knapp 4 Stunden Rückfahrt lagen noch vor uns, die mit “Jurassic Park” Filmen verkürzt worden. Zurück in Seoul gingen wir essen und ließen den Abend ausklingen.

Mittwoch, 24. Juli 2013

Boryeong Mud Festival

Hallo,

ein anstrengendes aber auch verrücktes Wochenende liegt hinter uns. Den Freitag Nachmittag verbrachten wir im Labor. Dort fragten uns unsere koreanischen Kollegen ob wir spontan abends Zeit hätten, denn sie würden uns, zusammen mit den zwei Gastwissenschaftlern der VTT Group, gern zum Barbecue einladen. Wir sagten “ja”, denn außer am nächsten morgen gegen zehn am Express Bus Terminal zu sein (dazu später), hatten wir nix vor. Aus dem Abendessen wurde eine richtige Kneipentour. Wir zogen von einer Bar zum Fluss zur nächsten Bar. Um zwei Uhr morgens trafen wir in unserem Zimmer wieder ein. Egal. Das war einer der besten Abende, die wir hatten. Noch schnell Sachen zusammen packen und schlafen.

DSC00552Barbecue

DSC00555James, Joon, Thomas (v.l.); Janghoon, Peeka, Alex, ich (v.r.)

DSC00562Nightlife

DSC00583nächste Station: ich, Joon, Peeka

Um halb neun machten wir uns auf den Weg um Mittags in Boryeong am Daechon Strand zu sein, um am 16. Mud-Festival mitzumischen, was wegen des Matches jedes Jahr Massen von Einheimischen und Touristen anlockt. “Ins Leben gerufen wurde die Veranstaltung 1998 von einem Kosmetikkonzern, der Produkte mit Schlamm aus der Region auf den Markt brachte. Dieser ist berühmt für seinen hohen Mineraliengehalt. Aus dem Marketingevent ist mittlerweile eines der größten Festivals Südkoreas geworden” (stern.de).

Laut Internetbeschreibung sollte es ganz einfach sein, dort hin zu gelangen. Einfach den Bus bis nach Daechon nehmen und von dort den nächsten Bus bis zum Strand. Doch ganz so einfach war es leider nicht. Nachdem wir am Bus Terminal eintrafen, um die Tickets zu buchen, sagte man uns,  dass frühestens vier Uhr nachmittags die nächste Möglichkeit bestünde. Doch was nun? Nehmen oder Nicht nehmen? Wenn ja, wären wir erst abends dort. Das traf uns wie ein Schlag ins Gesicht, denn damit hatten wir überhaupt nicht gerechnet. Wir riefen unsere Freunde an und erfuhren das diese mit dem Zug unterwegs waren und machten uns dann gleichsam auf den Weg und nahmen die nächste U-Bahn zur Seoul Station um nach Zugtickets zu fragen. Doch es gäbe keine Züge von Seoul Station nach Daechon, sagte man uns und brabbelnd fügte sie hinzu “Yongsan, Yongsang”. Doch was heißt das? Schnell gegoogled und im U-Bahnnetz von Seoul geschaut und wir hatten die Antwort: Ein zweiter Bahnhof, direkt eine Station mit der U-Bahn neben Seoul Station. Also wieder die U-Bahn nehmen. Doch an der Yongsan-Station hatten wir Glück und bekamen noch Zugtickets für halb zwölf. Allerdings waren dies nur Stehplätzte für 2 1/2 Stunden. Aber egal. Schmerzenden Fußes am Daechon Bahnhof angekommen, wies schon jedes Plakat auf dieses Festival hin. Jetzt nur noch schnell den Bus zum Strand finden. Zur Bushaltestelle strömten Massen, sodass wir erst den zweiten Bus bekamen, welcher ebenfalls übervoll war und mit einem  Busfahrer, der  fast so schlimm wie in Indien, fuhr. Endlich am Ziel angekommen, mussten wir schließlich nur noch Daniel und Fabian, die anderen beiden Stipendiaten, finden. Nach mehreren Anrufen klappte es. Sie führten uns in das Domizil, was für eine Nacht unsere Unterkunft sein sollte. Koreanischer Standard stand auf dem Programm: ein Zimmer ohne Bett und ein kleines Bad. Für eine Nacht zu viert und mit Schlafsäcken wird es reichen.

Dann hieß es endlich “Schlamm frei”. Wir stürzten uns auf die verschiedenen Attraktionen wie Schlammrutschen, Schlammringen, Schlammparcour  etc. Selbst eine zweistündige Flugshow der Korean-Airforce konnte bewundert werden. Da lassen sich die Koreaner nicht lumpen und wollen eben zeigen was sie drauf haben. Ein riesen großes Gelände auf dem sich viele Nationen versammelten um Spaß zu haben, und vielen vielen Fotografen. An jeder Attraktion wird man extra noch mal mit Schlamm zugeschüttet um gut rutschen zu können. Das macht extrem großen Spaß und das Meer ist ideal, um sich den ganzen Schlamm runter zu spülen. Verrückt wie die Koreaner sind, müssen sie selbst im größten Schlamm ihr Handy dabei haben (eingetütet versteht sich). Einziges Manko des Tages: Anstehen! Und zwar überall.

Abends zogen wir dann durch die Straßen und später zur Hauptbühne wo mehrere K-Popstars ein bis zwei Lieder performten. Zum Abschluss gab es noch ein spektakuläres Feuerwerk am Strand. Das war eines der besten, das wir je gesehen hatten.

Sonntag morgen halb zehn sollte die Schlammschlacht weiter gehen. Pünktlich waren wir im Areal. Das war auch  gut, denn so hatte man jede Menge Gelegenheit alles mitzunehmen, während der Rest der Partymeute  noch mit dem Kater vom Vortag zu kämpfen hatte und sich das Areal nur langsam füllte. Nach dem Mittag hieß es dann leider abreisen, da wir noch kein Zugticket hatten und wie wir es ja schon von der Hinreise kannten, natürlich auch alles ausgebucht war. Doch es ging alles gut und wir bekamen noch einmal sehr bequeme Stehplätze Smiley.

 

DSC00620Daechon Bahnhof: Riesenplakate, die auf das Mud-Festival hinweisen

DSC00588Daechon-Strand

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DSC00615selbst im größten Schlamm noch das Handy “am Mann”

DSC00616die Schlammrutschen

DSC00618das Areal

1072651_604591276239763_971404327_ovoll mit Schlamm: Fabian, Daniel, Alex, ich (v.l.)

DSC00592so sieht das Areal abends nach der Schlammschlacht aus

DSC00603abends am Strand

DSC00605Koreanischer Standard: Zimmer ohne Bett für vier

weitere bilder unter: http://gihak.com/