Hallo,
ein anstrengendes aber auch verrücktes Wochenende liegt hinter uns. Den Freitag Nachmittag verbrachten wir im Labor. Dort fragten uns unsere koreanischen Kollegen ob wir spontan abends Zeit hätten, denn sie würden uns, zusammen mit den zwei Gastwissenschaftlern der VTT Group, gern zum Barbecue einladen. Wir sagten “ja”, denn außer am nächsten morgen gegen zehn am Express Bus Terminal zu sein (dazu später), hatten wir nix vor. Aus dem Abendessen wurde eine richtige Kneipentour. Wir zogen von einer Bar zum Fluss zur nächsten Bar. Um zwei Uhr morgens trafen wir in unserem Zimmer wieder ein. Egal. Das war einer der besten Abende, die wir hatten. Noch schnell Sachen zusammen packen und schlafen.
James, Joon, Thomas (v.l.); Janghoon, Peeka, Alex, ich (v.r.)
nächste Station: ich, Joon, Peeka
Um halb neun machten wir uns auf den Weg um Mittags in Boryeong am Daechon Strand zu sein, um am 16. Mud-Festival mitzumischen, was wegen des Matches jedes Jahr Massen von Einheimischen und Touristen anlockt. “Ins Leben gerufen wurde die Veranstaltung 1998 von einem Kosmetikkonzern, der Produkte mit Schlamm aus der Region auf den Markt brachte. Dieser ist berühmt für seinen hohen Mineraliengehalt. Aus dem Marketingevent ist mittlerweile eines der größten Festivals Südkoreas geworden” (stern.de).
Laut Internetbeschreibung sollte es ganz einfach sein, dort hin zu gelangen. Einfach den Bus bis nach Daechon nehmen und von dort den nächsten Bus bis zum Strand. Doch ganz so einfach war es leider nicht. Nachdem wir am Bus Terminal eintrafen, um die Tickets zu buchen, sagte man uns, dass frühestens vier Uhr nachmittags die nächste Möglichkeit bestünde. Doch was nun? Nehmen oder Nicht nehmen? Wenn ja, wären wir erst abends dort. Das traf uns wie ein Schlag ins Gesicht, denn damit hatten wir überhaupt nicht gerechnet. Wir riefen unsere Freunde an und erfuhren das diese mit dem Zug unterwegs waren und machten uns dann gleichsam auf den Weg und nahmen die nächste U-Bahn zur Seoul Station um nach Zugtickets zu fragen. Doch es gäbe keine Züge von Seoul Station nach Daechon, sagte man uns und brabbelnd fügte sie hinzu “Yongsan, Yongsang”. Doch was heißt das? Schnell gegoogled und im U-Bahnnetz von Seoul geschaut und wir hatten die Antwort: Ein zweiter Bahnhof, direkt eine Station mit der U-Bahn neben Seoul Station. Also wieder die U-Bahn nehmen. Doch an der Yongsan-Station hatten wir Glück und bekamen noch Zugtickets für halb zwölf. Allerdings waren dies nur Stehplätzte für 2 1/2 Stunden. Aber egal. Schmerzenden Fußes am Daechon Bahnhof angekommen, wies schon jedes Plakat auf dieses Festival hin. Jetzt nur noch schnell den Bus zum Strand finden. Zur Bushaltestelle strömten Massen, sodass wir erst den zweiten Bus bekamen, welcher ebenfalls übervoll war und mit einem Busfahrer, der fast so schlimm wie in Indien, fuhr. Endlich am Ziel angekommen, mussten wir schließlich nur noch Daniel und Fabian, die anderen beiden Stipendiaten, finden. Nach mehreren Anrufen klappte es. Sie führten uns in das Domizil, was für eine Nacht unsere Unterkunft sein sollte. Koreanischer Standard stand auf dem Programm: ein Zimmer ohne Bett und ein kleines Bad. Für eine Nacht zu viert und mit Schlafsäcken wird es reichen.
Dann hieß es endlich “Schlamm frei”. Wir stürzten uns auf die verschiedenen Attraktionen wie Schlammrutschen, Schlammringen, Schlammparcour etc. Selbst eine zweistündige Flugshow der Korean-Airforce konnte bewundert werden. Da lassen sich die Koreaner nicht lumpen und wollen eben zeigen was sie drauf haben. Ein riesen großes Gelände auf dem sich viele Nationen versammelten um Spaß zu haben, und vielen vielen Fotografen. An jeder Attraktion wird man extra noch mal mit Schlamm zugeschüttet um gut rutschen zu können. Das macht extrem großen Spaß und das Meer ist ideal, um sich den ganzen Schlamm runter zu spülen. Verrückt wie die Koreaner sind, müssen sie selbst im größten Schlamm ihr Handy dabei haben (eingetütet versteht sich). Einziges Manko des Tages: Anstehen! Und zwar überall.
Abends zogen wir dann durch die Straßen und später zur Hauptbühne wo mehrere K-Popstars ein bis zwei Lieder performten. Zum Abschluss gab es noch ein spektakuläres Feuerwerk am Strand. Das war eines der besten, das wir je gesehen hatten.
Sonntag morgen halb zehn sollte die Schlammschlacht weiter gehen. Pünktlich waren wir im Areal. Das war auch gut, denn so hatte man jede Menge Gelegenheit alles mitzunehmen, während der Rest der Partymeute noch mit dem Kater vom Vortag zu kämpfen hatte und sich das Areal nur langsam füllte. Nach dem Mittag hieß es dann leider abreisen, da wir noch kein Zugticket hatten und wie wir es ja schon von der Hinreise kannten, natürlich auch alles ausgebucht war. Doch es ging alles gut und wir bekamen noch einmal sehr bequeme Stehplätze .
Daechon Bahnhof: Riesenplakate, die auf das Mud-Festival hinweisen
selbst im größten Schlamm noch das Handy “am Mann”
voll mit Schlamm: Fabian, Daniel, Alex, ich (v.l.)
so sieht das Areal abends nach der Schlammschlacht aus
Koreanischer Standard: Zimmer ohne Bett für vier
weitere bilder unter: http://gihak.com/
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