Hallo,
für alle die noch nichts von uns gehört haben – wir sind vergangenen Sonntag gegen 17 Uhr (korean. Zeit) in Incheon, Südkorea gut angekommen . Mit etwas Verspätung starteten wir am Samstag vom Frankfurter Flughafen. Vor uns lagen fast 5 Stunden Flug zu unserer ersten Zwischenlandung in Dubai. Dort hatten wir ein paar Stunden Aufenthalt und rannten planlos durch den Flughafen. Irgendwie hatten wir ihn vom letzten Jahr anders in Erinnerung und versuchten den richtigen Weg zum Terminal zu finden. Kurz vor dem Check-In trafen wir auf einen weiteren Stipendiaten, Benjamin, der mit einem Schildchen auf sich aufmerksam machte und die gleiche Fluglinie hatte wie wir. Es trennten uns jetzt “nur” noch 8 Stunden von Südkorea. Durch die Zeitverschiebung war es in Dubai bereits Mitternacht als wir starteten. Kaputt, verschlief ich den ganzen Flug. In Incheon angekommen, erwarteten uns zwei Stationen, an denen sich lange Schlangen bildeten und wir die bereits im Flugzeug ausgefüllten Formulare einreichen mussten. Die erste: “Quarantäne”. Die zweite: Visum, mit aufnehmen eines Fotos und Scannen der Zeigefinger. Nun hieß es nur noch Koffer holen und am Ausgang unseren Guide finden, der uns mit der Limousine zum Hotel bringen sollte. Nur war dieser nicht zu finden. Was nun? Doch nach 20 min. tauchte ein Koreaner, namens Shin Han Lee, oder wie wir ihn alle nannten, Hans, mit dem richtigen Schild auf. Zum Glück! Da keiner von uns ihm mitteilte, mit welcher Fluggesellschaft wir ankommen, wartete er bereits 3 Stunden auf uns und rannte von einen zu dem anderen Ausgang.
startklar am Frankfurter Flughafen
BIs zum Seoul Palace Hotel waren es nochmals gute 50 min. Dort angekommen checkten wir ein. Alle 9 Stipendiaten hatten ihr eigenes Zimmer. Damit sich alle Teilnehmer nun endlich beim Abendessen kennenlernen dürfen, mussten wir schnell unser Gepäck auf’s Zímmer bringen, denn wir waren die drei letzten die im Hotel ankamen (alle anderen waren bereits ein paar Tage eher da). Hans begleitete uns von nun an die kommende Woche, die einen strengen Zeitplan umfasste und stand uns bei allen Problemen zur Seite.
das erste gemeinsame Abendessen
Als erstes ging es am Montag zu dem NRF (National Research Foundation of Korea), der mit dem DAAD dieses Stipendium fördert. Die Mitglieder hießen uns willkommen und stellten sich kurz vor. Danach ging es mit diesen zum Mittagessen, wo wir die ersten koreanischen Speisen kennenlernten. Als Besteck dienen Chopsticks und ein Löffel. Mit Stäbchen essen fällt mir noch ein bisschen schwer, man bekommt aber auf Anfrage eine Gabel. Auf dem Nachmittagsprogramm stand beim NRF ein koreanischer Sprachkurs, damit alle ein wenig Koreanisch lesen können. Für mich nichts neues, da ich in Deutschland einen bereits besuchte und erfolgreich die Klausur absolvierte . Aber nicht nur die koreanische Schrift, auch die koreanische Kleidung “Hanbok” und Spiele lernten wir kennen. DIe Männer tragen eine bequeme Hose , die an den Knöcheln gebunden ist und dazu eine Jacke. Die Frauentracht ist erheblich aufwendiger und besteht aus mehreren Schichten. Unterhemd und weite lange Unterhosen. Ein weiter Unterrock, darüber der weite Rock, der unter der Brist gebunden wird. Eine kurze, boleroähnliche Jacke mit weiten Ärmeln wird mit einer großen Schleife vor der Brust geschlossen. Das Binden war gar nicht so einfach. Die typischen Spiele sind “Jegichagi” und “Tuho”. “Jegichagi” ist ein Outdoorspiel, dass man alleine oder mit mehreren Personen spielen kann. Man muss versuchen es mit dem Fuß zu kicken und solange wir möglich in der Luft zu halten. Bei “Tuho” wirft man Pfeile aus einer bestimmten Position in einen Holzkorb. Gewonnen hat das Team, dass die meisten Treffer erzielte.
in traditioneller Kleidung: Natalie, Eduard, ich (v.l.)
beim Jegichagi spielen: Alex unf Eduard (v.l.)
beim Jegichagi spielen: Alex, Benjamin, Daniel, Eduard, Hans (v.l.)
Am Abend hieß es packen um für zwei Nächte Seoul vorerst zu verlassen. Dienstag morgen starteten wir mit dem Zug nach Gyeongju. Das Wetter sah in Seoul nicht vielversprechend aus und kleidete mich mit meiner Regenjacke. Doch in Gyeongju schien sich das Wetter zu halten. Nach der Ankunft checkten wir im Hotel ein. Das Hotel war ein Resort und normalerweise schlafen die Koreaner dort auf dem Fußboden. Wir bekamen aber Betten . Schließlich aßen wir zu Mittag. Danach besuchten wir das Gyeongju National Museum. Das Museum kann auf eine 90-jährige Geschichte zurückblicken. Gyeongju war die Hauptstadt des Königreiches Silla (57 v.Chr. - 935 n.Chr.), Auf dem Gelände kann man die berühmteste Tempelglocke, die Glocke von König Seongdeok, bewundern. Das Cheonmachong ist die Grabstätte einer unbekannten Person in Gyeongju aus der Silla-Dynastie, vermutlich aus dem späten 5. oder frühen 6. Jahrhundert gelegen im Daeneungwon, einer parkartigen Anlage im Zentrum Gyeongjus mit einer Vielzahl solcher Grabhügel.
Gyeongju National Museum:
rumalbern mit Hans (hinten), Alicia, ich, Natalie (v.l.)
Alex, Fabian, Daniel, Ryan (NRF), Eduard (v.l.)
Benjamin, Natalie, Dorothea, ich, Alicia (von rechts)
Am Mittwoch besuchten wir das Kernkraftwerk in Wolsung, Hyundai Motors und Bulguksa. Bulguksa ist ein buddhistischer Tempel und gilt als Meisterwerk der Blütezeit der buddhistischen Kunst im Silla-Königreich. Er beheimatet sieben Nationalschätze Südkoreas: zwei Steinpagoden, zwei Treppenanlagen, zwei vergoldete Buddhastatuen und einen Reliquienbehälter.
Kernkraftwerk Wolsung:
Mittag essen:
bei Hyundai:
der Jungbrunnen: wer davon trinkt, soll länger leben
Nach einer weiteren Nacht im Resort fuhren wir am Donnerstag nach Pohang und besuchten dort POSCO (Pohang Iron and Steel Company), den viertgrößten Erzeuger von Stahl in der Welt und das Accelerator Lab. Nach dem Mittag fuhren wir alle, bis auf einen, der die nächsten acht Wochen in Pohang bleiben wird, zurück nach Seoul und verbrachten den letzten gemeinsamen Abend zusammen. Am Freitag nach dem Frühstück verteilt sich dann die Gruppe an die jeweilige Uni bzw. Unterkunft. Drei gehen nach Daejon, der Rest bleibt in Seoul.
bei POSCO:
letztes gemeinsames Abendessen mit Unterhaltungsprogramm:
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